Wushu

Wushu

steht als Überbegriff für alle chinesischen Kampfkünste. Der Wortlaut Wu-Shu bedeutet übersetzt Kampf-Kunst (aus chin.). Im Westen auch bekannt geworden unter dem Namen „Kung-Fu“ (chin. harte Arbeit) was in China die Meisterschaft oder hart erarbeitete Fertigkeiten zum Ausdruck bringen soll. Die Geschichte der Kampfkünste geht weit zurück und hat etliche hunderte Jahre Tradition. Schon früh in der Menschheitsgeschichte musste sich der Mensch gegen Tiere oder andere Angreifer zur Wehr setzen. Mit Faust, Steinen und Stöcken. Im Laufe bildeten sich Dörfer und Gruppen, die sich bekriegten und Angriff sowie Abwehr weiterentwickelten. Erprobte Systeme wurden weitergegeben und angepasst. Unter Kaiserzeiten gab es immer wieder speziell ausgebildete Krieger und die Armeen, welche nun auch schon geschmiedete Waffen verwendeten. Diese entwickelten Stile und die Kriegs- bzw. Kampfkunst entstand. Ihre ersten Erwähnungen finden sich zur Zeit der Zhou- und Qin- Dynastie (Zeitraum von 1100-207 v. Chr.). Ein anderer großer Einfluss der Kampfkünste in ihrer heute bekannten Form entstand durch daoistische Priester. Ursprünglich dienten Übungen lediglich dem Erhalt der Gesundheit. Über den Einfluss des Buddhismus und die Ankunft des indischen Mönches Bodhidharma (chin. Damo) im berühmten Kloster Shaolin (sowie in Klostern der Wudang Berge) entwickelten sich die heute bekannten Kampfkünste. Diese entwickelten Bewegungsformen dienten neben der stillen Meditation als körperliche Ertüchtigung, die im Laufe weiterentwickelt wurden (zum Beispiel bei Beobachtung und Imitation des Verhaltens von kämpfenden Tieren). Aus ihnen entstanden verschiedene Kampfstile. Die Mönche nutzten die Kampfkunst zur Verteidigung des Klosters sowie der Hilfe Schwacher. Zu Kriegszeiten kam es immer wieder zu Anschlägen auf die Klöster und so verstreuten sich die Mönche über die umliegenden Länder. Die Kampfkunst kam zum Volke. Es entwickelten sich viele verschiedene Stile die sich von den Kampfkünsten der Mönche und der Krieger ableiteten. Nach Zeiten der Zerstörung und des Verlustes von Kulturschatz und Wissen über die Kampfkünste wurden im 19. Jahrhundert die traditionellen Kampfkünste wiederentdeckt. Sie sind bis heute offiziell als modernes Wushu von der chinesischen Regierung anerkannt.

Heute ist Wushu bekannt aus Film und Medien. Aus meist bekannten Filmen mit den Darstellern Bruce Lee, Chackie Chan, Jet Li, Donnie Yen und vielen mehr hat der Hype um „Kung Fu“ (wie es Bruce Lee im Westen genannt hat) den Einzug zu uns erhalten und somit auch das Interesse an der chinesischen Kultur.

Was lernt man in Wushu?

Wie auch in anderen Kampfkünsten bzw. Kampfsportarten hat Wushu zum Ziel den Körper sowie den Geist zu schulen und zu vereinen. Wushu als Sport betrachtet hilft der Erlangung von Beweglichkeit, Schnelligkeit, Stärke und Ausdauer. Die Koordination und der Gleichgewichtssinn werden geschult. Kampfsportler erlernen Disziplin und persönliche Selbstentwicklung. Um diese Ziele zu erreichen benötigt es Geduld und einen starken Willen.

Im Training werden zu allererst die Grundlagen geschult um ein Gefühl und die Voraussetzungen der Ausübung zu erlangen. Ist der Grundstock gelegt werden in Formen (Taolu) die Bewegungen, Stellungen und das erlernte angewendet. Erfahrene Schüler können in die Waffenkunst unterwiesen werden sowie im Freikampf, dem Leicht- sowie Vollkontakt die erlernten Techniken anwenden.

Graduierungen und Meisterschaften

Um sich mit anderen in der Meisterschaft zu messen oder den Lernfortschritt zu bestätigen gibt es in der Kampfkunst das System der Graduierung. Es wird in Schülergrade bis hin zu Expertengraden (Duan-Grade) unterteilt. Das Duan System gliedert sich in

1. bis 3. Duan für Schülergrade
4. bis 6. Duan für Lehrergrade
und dem 7. bis 9. Duan in Expertengrade
In regelmäßigen Abständen werden auch in Wushu Meisterschaften in den unterschiedlichen Disziplinen bestritten, in welchem sich die Teilnehmer in ihrem Können messen.

Einteilung und Stile im Wushu
Grundlegend ist Wushu in die folgenden Bereiche untergliedert:

Selbstverteidigung/Kampf
Formentraining
Gesundheit
Die Kampfkünste gliedern sich in innere- (zB. Taiji, Baji, Xingyi, Bagua, …) und äußere Stile (Changquan, Nanquan, Tanglangquan, Yingzhao, …). Sie unterscheiden sich in der herangehensweise der Ausführung und des Trainings. Die Stile lassen sich weiters auch in nördliche- und südliche Stilrichtungen einteilen. Nördliche Stile zeichnen sich durch breite Stellungen, kraftvolle Techniken, Würfe und Fußstöße aus. Südliche Stile beinhalten eher engere Stellungen und kurze Techniken. Es wird entweder waffenlos in reinem Faustkampf oder mit Waffen gekämpft.